Pressestimmen
Markus Schlemmer wieder in Schwelm: Vor 22 Jahren eröffnete der Pianist den Reigen junger Ausnahmemusiker; am Donnerstag Abend mündete sein Konzert in Bravo-Rufen

... Die Konzertgesellschaft Gevelsberg hatte ihn aus Anlass ihres 60-jährigen Bestehens zu diesem besonderen Martfeld-Konzert eingeladen. Die Zuhörer im voll besetzten Saal waren begeistert. Der junge Student von damals ist inzwischen zum gestandenen Musiker gereift. Aber das Erstaunliche und Mitreißende an seinem Spiel ist, dass er von seinem jugendlichen Esprit nichts eingebüßt hat. Bei aller Erfahrung, seinem hohen pianistischen Niveau, seinem unbestechlichen musikalischen Gleichgewichtssinn - nichts gerinnt zur Routine. Er ist stets mit Neugier auf der Lauer alles zu erspüren, was hinter den Noten steht. Das fesselt, ist spannend.

Gleich mit den ersten Tönen "steht" die Atmosphäre von Beethovens "Les Adieux"-Sonate. Man spürt die vorwärtsgespannte Energie, jeder Ton hat seine Bedeutung, jede Episode ihren Charakter.

Ein bewegtes und bewegendes hochromantisches Scherzo, das sich Clara Schumann in ihre Virtuosenhände geschrieben hat, schließt sich an und deutet - was die virtuose Pranke angeht - schon in Richtung der sechs folgenden polnischen Lieder von Chopin, in der Bearbeitung von Franz Liszt, - eine reizvolle Melange Chopinscher Intimität und Lisztscher Extravaganz und pianistisch ein große Herausforderung. Imponierend, wie Markus Schlemmer im pianistisch halsbrecherischen Getümmel dem etwas schmalbrüstigen Flügel glitzernde Passagen entlockt. Furioses Finalstück ist dann die h-Moll-Ballade von Liszt, die sich aus schauriger Tiefe erhebt, um sich zu pompösem Grandioso aufzuschwingen und danach wieder wunderbar zur Besinnung kommt.

Die Bravo-Rufe animieren ihn, die drei letzten Preludes von Chopin zuzugeben. Eigentlich war es ein vorgeschobener Meisterabend.
  
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