Pressestimmen
Deftiger Schumann
Das erste der städtischen Montagskonzerte der neuen Saison in der (prall gefüllten) Villa Prieger war gekennzeichnet von beträchtlicher Klangopulenz und einem kräftigen Spielelan. Es hatten sich Solo-Bläser des Beethoven-Orchesters (...) mit dem jungen Pianisten Markus Schlemmer zusammengetan, um ein Programm mit je einem Klavier-Quintett und Klavier-Sextett zu präsentieren.

Begonnen wurde mit Robert Schumanns prachtvollem Es-Dur-Quintett op. 44, das in einer Transkription von Christian Hommel geboten wurde, der das Streichquartett durch Oboe, Klarinette, Horn und Fagott ersetzt hatte. Die thematisch so eingängig- schwungvollen Rahmensätze und auch das markante Scherzo kamen in dieser Bläser-Klavier-Version etwas zu deftig-heftig heraus, man ging ein wenig zu forsch und kraftbetont zur Sache. Eindringlich gelungen jedoch der trauermarschartige zweite Satz; hierzu passten die Bläser sogar ausgezeichnet.

Nach der Pause erklang das Sextett für Klavier, Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott B-Dur op. 6 von Ludwig Thuille (1861-1907). Hallen im ersten Satz des Werkes ein wenig noch Brahmsche Einflüsse nach, so haben die romantische Stimmung des Larghetto mit schönen Soli und eine reizend-charmante Gavotte anstelle des Scherzos durchaus originellen Charakter und Klanggestus. Hier wirkten die Tonintensitäten und der energievolle Spielimpetus so angemessen wie eindrucksvoll, und es gab zu Recht viel lebhaften Beifall. (Barbara Kaempfert-Weitbrecht)
  
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